Was man oft hört: Wer Bürgergeld bekommt und gleichzeitig arbeitet, ist selbst schuld — oder faul — oder betrügt.
Was die Zahlen sagen:
Im Jahr 2024 mussten durchschnittlich 826.000 Menschen, die einer Arbeit nachgingen, ihr Einkommen mit Bürgergeld aufstocken. Das sind fast eine Million arbeitende Menschen — die trotzdem nicht genug zum Leben haben.
Die Kosten dafür: rund 7 Milliarden Euro pro Jahr allein für erwerbstätige Aufstocker.
Warum reicht die Arbeit nicht? Meistens weil die Stelle nur Teilzeit ist, oder weil ein Gehalt einen größeren Haushalt tragen muss. Das ist kein individuelles Versagen — das ist ein strukturelles Problem des Arbeitsmarktes.
Der eigentliche Skandal: Diese 7 Milliarden Euro sind faktisch ein staatlicher Zuschuss an Unternehmen, die zu wenig zahlen oder zu wenig Vollzeitstellen anbieten. Die Allgemeinheit finanziert Geschäftsmodelle, die sich auf Niedriglöhne stützen.
Das Bild vom faulen Bürgergeld-Empfänger stimmt nicht. Es gibt 826.000 gute Gegenbeispiele.