„In Deutschland ist keiner wirklich arm" Teil 5 von 5

Was man oft hört: Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt. Wer hier arm ist, ist selbst schuld oder übertreibt.

Was die Zahlen sagen:

Im Jahr 2025 gelten in Deutschland 13,3 Millionen Menschen als einkommensarm — das sind 16 Prozent der Bevölkerung. Von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind sogar 17,6 Millionen Menschen — mehr als jeder Fünfte.

Aber Prozentsätze lassen sich wegdiskutieren. Deshalb die harten Fakten:

  • 5 Millionen Menschen können grundlegende Dinge nicht bezahlen: Miete pünktlich, eine defekte Heizung reparieren, kaputte Möbel ersetzen.
  • 532.000 Menschen sind wohnungslos, davon 47.300 obdachlos — in einer der reichsten Volkswirtschaften der Welt.
  • Mehr als 1 Million Kinder haben keine ausreichende warme Kleidung, keine beheizte Wohnung, keine regelmäßige warme Mahlzeit.
  • Ein Drittel aller Tafeln hat Aufnahmestopps verhängt — die Nachfrage übersteigt ihre Kapazitäten.

Das sind keine Statistiken. Das sind Menschen.

Die Frage ist nicht, ob Deutschland reich ist. Das ist es. Die Frage ist, warum dieses reiche Land zulässt, dass Kinder ohne Winterjacke zur Schule gehen und Tafeln Wartelisten führen.