Schreitet der Klimawandel so schnell voran, weil die Profiteure Ihre Kosten auf andere abladen?

Ganz klar, der Klimawandel schreitet so schnell voran, weil die Profiteure der fossilen Energien die Kosten ihrer Emissionen auf andere abladen. Dieser Prozess wird auch als Externalisierung bezeichnet. Externalisierung bedeutet, dass die wirtschaftlichen und sozialen Kosten, die durch die Produktion und Nutzung fossiler Energien entstehen, nicht von den Produzenten oder Konsumenten getragen werden, sondern auf die Gesellschaft insgesamt und auf zukünftige Generationen abgewälzt werden. Dies trägt erheblich zur Beschleunigung des Klimawandels bei.

Wie funktioniert die Externalisierung?

Unternehmen, die fossile Brennstoffe fördern und verkaufen, tragen nicht die Kosten für die durch ihre Produkte verursachten Klimaschäden. Diese Schäden umfassen extreme Wetterereignisse, Meeresspiegelanstieg und ökologische Zerstörungen, die erhebliche wirtschaftliche und soziale Kosten verursachen. Die Verbrennung fossiler Brennstoffe führt zu Luftverschmutzung, die erhebliche Gesundheitsprobleme verursacht, wie Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die medizinischen Kosten und die Produktivitätsverluste werden von den Betroffenen und dem Gesundheitssystem getragen, nicht von den Verursachern der Verschmutzung. Fossile Brennstoffe werden in vielen Ländern direkt und indirekt subventioniert, was ihre Preise künstlich niedrig hält. Diese Subventionen gehen oft zu Lasten anderer öffentlicher Ausgaben, z.B. im Bildungs- oder Gesundheitswesen, und fördern weiterhin den Verbrauch fossiler Energien.

Wie ist das belegt?

  • Berichte des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) weisen darauf hin, dass die externen Kosten fossiler Brennstoffe erheblich sind und maßgeblich zum Klimawandel beitragen.
  • Studien, wie die der World Health Organization (WHO), dokumentieren die gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung durch fossile Brennstoffe und die damit verbundenen Kosten.
  • Berichte von Organisationen wie dem International Monetary Fund (IMF) zeigen, dass Subventionen für fossile Brennstoffe global erhebliche Ausmaße annehmen und den Übergang zu erneuerbaren Energien behindern.
  • Carbon Majors Report: Berichte über Unternehmen und deren Beitrag zu globalen CO2-Emissionen.

Wer sind die Profiteure?

Im Kontext der Externalisierung von Kosten durch die Nutzung fossiler Energien sind die Profiteure jene Akteure, die finanziell von der fossilen Brennstoffindustrie und den damit verbundenen Aktivitäten profitieren. Während dessen werden die negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft abgewälzt. Gemeint sind diese Profiteure als Hauptakteure:

1. Fossile Brennstoffindustrien wie Öl-, Gas- und Kohleunternehmen
Diese Unternehmen sind die direkten Profiteure, da sie fossile Brennstoffe fördern, verarbeiten und verkaufen. Sie erzielen erhebliche Gewinne aus der Nutzung und dem Verkauf dieser Ressourcen, während die Umwelt- und Gesundheitskosten durch die Emissionen nicht in ihre Bilanz eingehen.

2. Aktionäre und Investoren
Personen und Institutionen, die in Aktien oder Anleihen von fossilen Brennstoffunternehmen investieren, profitieren von den Dividenden und Kurssteigerungen. Ihre Renditen steigen, während die sozialen und ökologischen Kosten von der Allgemeinheit getragen werden.

3. Regierungen und Staaten mit fossilen Ressourcen
Länder, die über umfangreiche Öl-, Gas- oder Kohlevorkommen verfügen, profitieren wirtschaftlich durch Exporterlöse, Steuer- und Lizenzgebühren. Die Einnahmen aus diesen Ressourcen tragen erheblich zum Staatshaushalt bei, oft auf Kosten der Umwelt und der globalen Klimastabilität.

4. Energieintensive Industrien wie Chemie, Stahl, Zement und Transport
Diese Branchen nutzen fossile Brennstoffe intensiv und profitieren von deren niedrigen Preisen, die durch fehlende oder geringe CO2-Bepreisung begünstigt werden. Sie können ihre Produkte kostengünstiger herstellen, was ihre Wettbewerbsfähigkeit steigert, während die Emissionen und deren Folgen externalisiert werden.

5. Subventionierte Sektoren
In vielen Ländern werden fossile Brennstoffe subventioniert, um die Energiepreise niedrig zu halten. Unternehmen, die von diesen Subventionen profitieren, können ihre Betriebskosten reduzieren, was ihnen finanzielle Vorteile verschafft.

6. Verbraucher mit hohen Energieverbräuchen
Wohlhabendere Einzelpersonen und Haushalte haben in der Regel einen deutlich höheren CO2-Fußabdruck im Vergleich zu ärmeren Personen. Dieser Unterschied ergibt sich aus mehreren miteinander verbundenen Faktoren, einschließlich ihrer Konsummuster, des Energieverbrauchs und der Reisegewohnheiten.

Diese Akteure profitieren finanziell von der Nutzung fossiler Brennstoffe, während die ökologischen und sozialen Kosten, die durch die Emissionen verursacht werden, auf die Gesellschaft insgesamt und auf zukünftige Generationen abgewälzt werden.

Was folgt daraus?

Die Externalisierung der Kosten fossiler Energien beschleunigt den Klimawandel, da die wahren Kosten der Kohlenstoffemissionen nicht in den Marktpreisen fossiler Brennstoffe enthalten sind. Dies führt zu übermäßigem Verbrauch und unzureichenden Anreizen für die Reduzierung von Emissionen und den Übergang zu nachhaltigen Energiequellen. Eine zentrale Strategie zur Bekämpfung des Klimawandels besteht darin, diese externen Kosten durch Maßnahmen wie CO2-Bepreisung zu internalisieren, sodass die Verursacher für die vollen Kosten ihrer Emissionen aufkommen müssen.