Was man oft hört: Der Mindestlohn schadet der Wirtschaft, vernichtet Jobs und ist übertrieben hoch.
Was die Zahlen sagen:
Seit dem 1. Januar 2026 liegt der Mindestlohn bei 13,90 Euro pro Stunde — ab 2027 steigt er auf 14,60 Euro. Damit erreicht Deutschland gerade erst die international anerkannte Fairness-Grenze: 60 Prozent des mittleren Lohns (Medianlohn). Diese Grenze empfiehlt die EU als Mindeststandard für einen armutsfesten Lohn. Deutschland hat also nicht die Schwelle überschritten — es hat sie gerade erst erreicht.
Im EU-Vergleich liegt Deutschland auf Platz 3, hinter Luxemburg und Irland.
Und die ständig prophezeiten Jobverluste? Sie sind nicht eingetreten. Seit der Erhöhung auf 12 Euro ist der Niedriglohnsektor von 19 auf 15,2 Prozent geschrumpft. Weniger schlecht bezahlte Jobs, nicht mehr Arbeitslosigkeit.
Die Frage ist: Wenn der Mindestlohn gerade mal die EU-Untergrenze erreicht — was spricht dann dagegen?